Interview der Stadtfeuerwehr Sehnde mit einem Imker

Der ortsansässige Imker aus Evern, Hendrik Rampenthal hat das Social Media Team der Stadtfeuerwehr eingeladen, um über das Verhalten von Bienen zu informieren.
Hendrik ist in zweiter Generation und seit zehn Jahren Imker. Er selbst besitzt elf Bienenvölker.

Feuerwehr:
Ist jedes Bienennest ein Fall für die Feuerwehr?

Hendrik:
Ein wildes Bienennest ist normalerweise keine Aufgabe für die Feuerwehr. Die empfindlichen Tiere brauchen eine professionelle Hand die sich mit dem Verhalten und den Eigenschaften auskennt. An dieser Stelle ist der Imker um die Ecke das erste Mittel der Wahl, wenn es um die Umsiedelung eines Bienenvolkes geht.
Bienen sind keine Schädlinge, sie stehen zwar nicht unter Naturschutz, dürfen aber nur von Fachpersonal umgesiedelt werden.

Feuerwehr:
Wann sind die Bienen besonders aktiv?

Hendrik:
Die Bienen schwärmen zwischen Mai und Juli, im Gegensatz zu Wespen. Diese sind von Juli bis September aktiv. Also genau in der Zeit, wo wir am meisten im Garten, beim Essen, im Biergarten, etc. genervt werden.

Bei einem Einsatz des Imkers, direkt im Anschluss an das Interview, konnte die Arbeit live verfolgt werden. Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

 

Feuerwehr:
Was machen die Bienen in dieser Zeit?

Hendrik:
In der Schwarmzeit (ab Mai) der Bienen kommt es immer wieder dazu, dass die Völker sich teilen. Ein natürlicher Prozess damit das Volk nicht zu groß wird. Die alte Königin fliegt aus und nimmt das halbe Volk mit. Die andere Hälfte des Volkes bildet eine neue Königin und bleibt am Platz. Ein Schwarm hat etwa 20.000 Bienen. Man kann quasi die Uhr danach stellen.
Um 12:00 Uhr beginnt das geschwärmte Volk sich einen neuen Platz für das Nest zu suchen. Das Schwärmen ist ein Vermehrungsprozess und genau aus diesem Grund ist der Nachmittag die Haupteinsatzzeit für die Imker.
Haben die Bienen einen Platz gefunden nisten sie sich ein und bilden ein Volk. Die Bienenkönigin legt etwa 2.000 Eier am Tag. Bei einem Imker leben die Bienen in Beuten, volksmündlich ist das der
Bienenstock. In einer Beute ist immer ein Volk. Dieses Volk produziert innerhalb eines Jahres etwa 60kg Honig.

Feuerwehr:
Was sollte man tun, wenn man ein Bienennest findet?

Hendrik:
Solltet Ihr also einen wilden Schwarm finden, der in einer Traube im Baum hängt, verständigt umgehend einen Imker in der Umgebung. Die Bienen verharren in ihrer Traube bei der Königin bis sie einen geeigneten Platz zum Nisten finden, der Imker spricht hier vom „Einziehen“. Bienen brauchen eine Höhle da sie nicht in der Lage sind eine feste Außenhülle zu bauen. Somit sind also Baumhöhlen oder alles was höhlenartig ist, der ideale Nistplatz.
Wilde Honigbienenvölker verbreiten unkontrolliert Varroamilben und dadurch können die Völker der Imker angesteckt werden. Die Imker wissen mit diesem Parasiten umzugehen und können kontrolliert dagegen vorgehen. Genau aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass jedes Volk gemeldet wird wenn man eins entdeckt.

Am Ende des Interviews wies Hendrik nochmal darauf hin, dass ein Imker keine Wespen entfernen kann und darf. Bei Wespen handelt es sich um Wildtiere. Wildtiere dürfen nicht getötet oder ohne weiteres versetzt werden. Für Wespen gibt es speziell ausgebildet und lizensiertes Personal.

Direkt im Anschluss des Interviews bekam der Imker noch einen Anruf: Es wurde ein Schwarm gefunden und so konnte die Arbeit eines Imkers bei der Umsiedelung eines Schwarmes live verfolgt werden, wie in den Fotos zu sehen.

Bei einem Einsatz des Imkers, direkt im Anschluss an das Interview, konnte die Arbeit live verfolgt werden. Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde